Jagdhornbläser
Das Jagdhorn, das Instrument der Bläser
Das Jagdhorn ist im eigentlichen Sinne ein Gebrauchsinstrument für die Jagd. Die auf der Jagd gebräuchlichen Signale bilden den Kern der Jagdmusik und werden vorwiegend in den Übungsstunden der Bläser geprobt.
Seit jeher aber sind die Jagdhornbläser daran interessiert, neben den Jagdsignalen auch andere Jagdmusik, wie Märsche und Fanfaren zu blasen. Alle Stücke blieben jedoch durch die naturgegebene Tonreihe des Jagdhorns auf verhältnismäßig wenige Töne und Harmonie beschränkt. Es gibt in Europa rund 50.000 Jagdhornbläser.
Was macht den Reiz des Klanges aus? Man wird wohl die Natur, den Wald, das Feld, die Jagd und das Jägerleben mit dem Ertönen des Horns haben. Schon in grauer Vorzeit hatte man entdeckt, dass der angebohrten Röhre des Stierhornes ein dumpfer, aber durchdringender Ton zu entlocken ist. Er vermittelte als Signalton den im Gelände verteilten Jägern Informationen. Diese ursprünglichen Jagdhörner waren in ihrer Länge begrenzt und brachten nicht mehr als einen oder zwei Töne hervor. Die Jagdsignale der Vorzeit bis hinein ins hohe Mittelalter bestanden aus gleich hohen Tönen, aber von verschiedener Tondauer, ähnlichen den Morsezeichen.
Die Metallhörner haben im 18. Jahrhundert die Tierhörner endgültig verdrängt. Das kurze Signalhorn – das Fürst-Plesshorn – blieb bis heute erhalten. Es bietet mit einem Umfang von 5 Tönen die Möglichkeit einer einfachen, aber einprägsamen Melodiegestaltung. Es hat sich aber auch ein großes Jagdhorn durchgesetzt, das zwischen 1700 und 1800 bei der aus Frankreich übernommenen prunkvollen Reitjagd als Piquerhorn oder Parforcehorn sehr beliebt wurde. Der Jäger zu Pferd konnte ein Horn mit größerem Gewicht tragen, es war sogar ein Vorteil, wenn das Horn weit gewunden war. Es konnte leichter um die Schulter gehängt werden und der Reiter hatte beide Hände frei. Mit der größeren Länge des Rohres war auch ein größerer Ausschnitt aus der Naturtonreihe zu blasen. Auf dem Parforcehorn sind dynamische Unterschiede sehr gut zu gestalten, so dass der Klangcharakter vom weichen, runden Ton bis hin zum rauen, klirrenden Schmettern gestuft werden kann.
Im 19. Jahrhundert wurde das große Jagdhorn aus dem Jagdbetrieb verdrängt. Der Bürger erhielt Jagdrecht. Als Jäger zu Fuß bevorzugte er aus praktischen Gründen das kurze Signalhorn, ab 1870 das Plesshorn.
Während in Frankreich das Parforcehorn immer im Vordergrund stand und das kleine Signalhorn nie recht verbreitet wurde, hat sich das große Horn bei den Jägern in Deutschland und den Nachbarländern erst wieder nach 1970 langsam durchgesetzt. Man hat dann wieder erkannt, dass damit die Jagdmusik großartig bereichert werden kann.
Soviel über die Entwicklung und Geschichte des Jagdhorns.
Auch die Jagdhornbläsergruppe des Reit- und Fahrvereins Biblis hat schon eine Vergangenheit. Der leider zu früh verstorbene Ehrenvorsitzende Franz Wetzel hatte als Erster die Idee, eine Bläsergruppe als Abteilung im Reit- und Fahrverein zu gründen. Er ließ nicht locker und so trafen sich am Sonntag, den 11. Juni 1978 Christine Kärcher, Biggi Maschik, Helma Wetzel, Ludwig Kärcher, Erhard Kärcher, Franz Leschinski, Hans Eib, Hans Freihaut, Friedrich Wetzel und Franz Wetzel im Reiterstübchen bei der Reithalle und gründeten die Jagdhornbläsergruppe des Reit- und Fahrvereins Biblis. Rektor Erwin Schmitt aus Viernheim konnte als Übungsleiter gewonnen werden und schon wenige Tage später fand die erste Probe statt. Es war für die Anfänger alles andere als leicht, auf dem Plesshorn den richtigen Ton zu finden, obwohl alles so einfach und leicht aussah. Die Gründer waren auch gleichzeitig die ersten Bläserinnen und Bläser. Da diese auch in Sachen Geselligkeit und Frohsinn einiges zu bieten hatten, gestalteten sich die Übungsstunden und vor allem das „Danach“ im Reiterstübchen als willkommener Ausgleich für den Alltagsstress. Die Folge war, dass immer mehr Frauen und Männer Spaß am Jagdhornblasen, aber auch und vielleicht besonders am dem bereits erwähnten „Danach“ fanden und um Aufnahme in die Gruppe baten.
Als dem Verein im Jahre 1980 vier gebrauchte Parforcehörner angeboten wurden, entschloss sich der Vorstand, diese für die Bläsergruppe anzuschaffen. Dies bedeutete, dass aus der reinen Pless-Horn-Bläsergruppe eine gemischte Gruppe von Plesshorn- und Parforcehornbläsern entstand.
Die Leistung der Gruppe steigerte sich von Jahr zu Jahr, die Auftritte wurden immer mehr. Die Bläsergruppe des Reit- und Fahrvereins Biblis vertrat nicht nur den Verein bei örtlichen und außerörtlichen Anlässen, sondern repräsentierte auch die Gemeinde Biblis bei den Hessentagen in Bürstadt und Lampertheim sowie bei der 1200 Jahrfeier der Nachbargemeinde Groß-Rohrheim mit vielbeachteten Motivwagen.
Chorleiter Erwin Schmitt erkannte dann im Jahre 1985, dass die Gruppe von der Besetzung und Leistung her durchaus in der Lage war, die Hubertusmesse nach Reinhold Stief zu blasen. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber die Bläserinnen und Bläser belohnten sich selbst, als sie in mittlerweile vom Verein angeschafften schmucken Reituniformen im November 1986 in der Kath. Pfarrkirche St. Bartholomäus zum ersten Mal die Messe nach Reinhold Stief bliesen. Es folgten Messen in Groß-Rohrheim, Bürstadt, Wattenheim, Worms und Bensheim.
Leistungsniveau und Leistungsbereitschaft konnten in den Folgejahren weiter gesteigert werden, was noch mehr Verpflichtungen auch über die Kreisgrenzen hinaus nach sich zog. Höhepunkte waren sicherlich die Auftritte in Sonthofen/Allgäu, Innsbruck/Tirol, Schloss Heidelberg, Schloss Schwetzingen auf dem Hambacher Schloss, sowie im Luisenpark und Herzogenriedpark in Mannheim. Hinzu kamen unzählige Fuchsjagden bei Reit- und Fahrvereinen im Kreis Reiterbund Bergstraße und in Neuwied/Rhein, die die Gruppe mit jagdlicher Musik umrahmten. Die traditionelle Fuchsjagd unseres Nachbarvereins Nordheim/Wattenheim am 3. Oktober jeden Jahres wurde seit Bestehen des Vereins bis heute von der Bibliser Gruppe begleitet.
Am 12. Juni 1988 feierte die Bläsergruppe ihren 10. Geburtstag in der Reithalle mit einer Hubertmesse mit anschließendem Bläsertreffen befreundeter Gruppen. In seiner Dankesrede freute sich Vorsitzender Friedrich Wetzel vor allem über die positive Entwicklung, die die Gemeinschaft der Bläserinnen und Bläser innerhalb des Gesamtvereins genommen habe. Er brachte damit in erster Linie den Chorleiter Rektor Erwin Schmitt aus Viernheim in Verbindung, der die Pionierarbeit geleistet habe und für den großartigen Erfolg der Gruppe verantwortlich zeichne. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass Erwin Schmitt der Gruppe und dem Verein noch lange erhalten bleiben möge. Der Wunsch des 1. Vorsitzenden erfüllte sich aber nur noch wenige Jahre. Am 9. Februar 1995 verstarb der beliebte und engagierte Chorleiter im Alter von 60 Jahren plötzlich und unerwartet infolge eines Herzinfarktes. Der Tod von Erwin Schmitt versetzte den Gruppenmitgliedern einen schweren Schlag, riss eine Lücke, die sehr schwer zu schließen war. Die Bläsergruppe des Reit- und Fahrvereins Biblis befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer noch relativ jungen Geschichte.
Die Geselligkeit nach den Übungsstunden war über Jahre hinweg nicht mehr vorhanden, der Zusammenhalt ließ nach. Es gelang lange Zeit nicht, einen geeigneten Chorleiter zu finden. Erst als sich das Gruppenmitglied Martin Peters, der bereits mit 6 Jahren zur Gruppe kam und als „riesiges Talent von Erwin Schmitt gefördert wurde, im Jahre 1998 entschloss, die Bläsergruppe als Chorleiter zu übernehmen, ging es wieder aufwärts. Die Musiker sind nun auf dem Weg zu ihrer alten Leistungsstärke zurück zu finden. Den nunmehr 12 Bläserinnen und Bläsern, die regelmäßig die Übungsstunden besuchen, gebührt Lob und Anerkennung, vor allem dafür, dass sie nach der erwähnten Durststrecke Gruppen- und Teamgeist bewiesen und ihr Hobby weiter gepflegt haben. Dank aber auch dem jungen Leiter Martin Peters, der sicher keine leichte Aufgabe hat, denn er wird immer an seinem erfolgreichen „Ziehvater“ Schmitt gemessen werden.
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Reit- und Fahrverein Biblis e. V.
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